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Der Fußball Blog zur WM 2010 und der kommenden EM 2012

WM Korruptionsskandal schlimmer als gedacht?

November 30, 2010 Von: jonas Kategorie: Allgemein, Randnotizen

Heute gab FIFA-Chef Blatter bekannt, dass er nicht zur Auslosung der WM-Gruppen des Frauenturniers erscheinen wird. Der Frauen WM2012 wollte er eigentlich an diesem Wochenende seine Hauptaufmerksamkeit schenken, doch der Korruptionsskandal zur WM scheint weitaus schlimmer als gedacht. Am 02.12.2010 sollte eigentlich die Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 und 2022 in Zürich publik gemacht werden, jetzt hat Blatter anscheinend schwerwiegendere Probleme.

Der Skandal zieht weite Kreise:

Wir berichteten bereits über Korruptionsvorwürfe gegen einige FIFA Funktionäre im Rahmen der Vergabe der Weltmeisterschaft. Im Zuge dieser Vorwürfe wurden je zwei Mitglieder der FIFA-Exekutive entlassen. Neben den beiden aus Nigeria und Tahiti stammenden FIFA-Mitgliedern Adamu und Temarii sollen jetzt noch drei weitere der 24 Mann starken FIFA-Exekutive in die Korruptionsvorwürfe verwickelt sein. Hinzu kommt noch ein weiterer Vorwurf an das Kollektiv, es soll eine geheime Abstimmung vor dem offiziellen Prozedere gegeben haben. Die aktuell angeklagten sind die Mitglieder Hayatu aus Kamerun, Teixeira aus Brasilien und Leoz aus Paraguay, diese Exekutivkomitee-Mitglieder sollen Bestechungsgelder entgegengenommen haben.

So sieht die voraussichtliche Planung für Donnerstag aus:

Eigentlich sollte erst bekannt gegeben welcher der Bewerber (Russland, England, Holland/Belgien sowie Spanien und Portugal) im Jahr 2018 die FIFA-Weltmeisterschaft ausrichtet. Danach sollte selbige Entscheidung unter den Bewerbern (Katar, Japan, Korea, Australien und USA) für das Jahr 2022 getroffen werden. Hier haben sich schon im Vorfeld Allianzen gebildet um die 22 verbliebenen Mitglieder der FIFA-Exekutive zu überzeugen. So sollen gerüchteweise Katar sowie Spanien und Portugal Absprachen getroffen haben. Eine WM in der Wüste von Katar wäre wohl ein absurdes Schauspiel für Spieler und Fans. Zwar würde der Wüstenstaat keine Kosten und Mühen scheuen das Turnier für Mannschaften und Zuschauer so angenehm wie möglich zu gestalten, nur scheint dieses Vorhaben zum jetzigen Standpunkt schwer zu realisieren. Durch das werben um die Mitglieder scheinen diese anfällig für Bestechungen geworden sein, Insider sprechen von bis zu 10 Millionen Euro je Stimme.

Wahrscheinlich kommt es zur Programmänderung:

Die FIFA ließ jedoch jetzt schon durchblicken, dass es wohl zu Änderungen im Programm kommen könnte. Neben der Ankündigung das es vielleicht zur Abstimmung per Handzeichen kommen wird spekuliert das Fachmagazin „kicker“ folgendermaßen: Es wird nur ein Turnier (WM 2018) vergeben oder aber es bleibt bei dem bisher vorgegebenen Ablauf.

Schon jetzt ist klar, die Entscheidung beide Turniere zusammen zu vergeben war keine brillante Idee. Franz Beckenbauer nannte diese Planung einen „Fehler“ und machte deutlich das dieser mittlerweile allen Beteiligten bewusst sei. Ebenfalls offensichtlich: Das in der Vergangenheit gepflegte Bild der „seriösen“ FIFA-Organisation hat schon jetzt einen schwerwiegenden Schaden davongetragen.