EM 2012 News Blog

Der Fußball Blog zur WM 2010 und der kommenden EM 2012

Erneute Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA

May 11, 2011 Von: jonas Kategorie: Allgemein, Randnotizen zur WM

Wieder stehen Korruptionsvorwürfe gegen Mitglieder der FIFA im Raum. Lord David Triesman gab mittlerweile bekannt, dass während der Vergabe der WM 2018 und 2022 FIFA-Funktionäre gesonderte Forderungen an die Bewerber gestellt haben. Selbst FIFA-Chef Blatter äußerte sich zu den Vorwürfen kritisch in der Öffentlichkeit. Triesman gab während einer Anhörung im britischen Parlament vier Namen von hochdekorierten FIFA-Funktionären im Rahmen des Korruptionsverdachts zu Protokoll. Sogar Beweise für Geldtransaktionen zur Bestechung sollen vorliegen. Wie wir bereits berichteten wurden Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees (Adamu und Temarii) schon im Vorfeld der Korruption bezichtigt. Nachdem weitere Anschuldigungen in die Öffentlichkeit gerieten wurde nach abgeschlossenen Ermittlungen eine dreijährige Sperre für Adamu und eine einjährige Sperre für Temarii erwirkt. Beide sollen eingewilligt haben Gelder für ihre Stimmabgabe entgegengenommen zu haben. Triesmans offene Anschuldigungen sind wohl auch mit seinen früheren Anschuldigungen gegen andere Mitbewerber zur WM in Verbindung zu bringen. Damals musste der frühere Präsident des FA sein Amt niederlegen, aufgrund fehlender Beweise zu seinen Anschuldigungen gegenüber den Bewerbern Russland und Spanien/Portugal. Unter anderem nannte Triesman auch die Namen der FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieder Jack Warner, Ricardo Teixeira und Nicolas Leoz. Alle Präsidenten ihres jeweiligen Fußballverbandes. Medienberichten zufolge sollen England und Australien, beide hatten sich für die WM beworben, eine Klage vorbereiten.

Absurde Forderungen, Dementi und Beweise

Neben dem Bau eines Ausbildungszentrums und Medienrechten wurde laut Triesman sogar ein Adelstitel im Austausch gegen Stimmen gefordert. Sowohl Texeira, als auch Warner wollen derweil rechtlich gegen Triesmans Forderungen vorgehen. Sie beschrieben die Aussagen Triesmans als durch sein Scheitern motivierte Verleumdungen. Parlamentsmitglied Collins gab unterdessen zu Protokoll, dass rund 1,5 Milliarden Dollar an Issa Hayatou (FIFA-Vize) aus Kamerun und Jacques Anouma (Elfenbeinküste) geflossen seien. Die Beweise sind bisher jedoch nicht veröffentlicht worden. Blatter bleibt derweil nur die Ankündigung einer Spende gegen Korruption in Höhe von 20 Millionen Euro. Für ihn könnte im Duell mit Bin Hammam, beide kämpfen um die Position als FIFA-Boss, die Korruptionsaffäre zur Zerreißprobe werden. Neben Blatter zeigte sich auch FIFA-Generalsekretär Valcke sehr besorgt. Weitere Schritte stehen derzeit noch aus. Russlands Sieg und Englands Blamage während der Vergabe der WM 2018 und 2022 wirft in diesem Zusammenhang ein schlechtes Licht auf das FIFA-Exekutivkomitee.